Beschilderung
Einleitung
Die Ausschilderung des Bodensee-Radweg lässt leider sehr zu wünschen übrig und genügt z.B. den ADFC-Empfehlungen nicht ansatzweise. Dennoch bewerten die Radtouristen am Bodensee die Ausschilderung mit 1,8 (auf einer Skala von 1 bis 6), also mit "gut". Außerdem geben sie an, mit der Wegweisung nur sehr wenige Probleme gehabt zu haben. Das liegt daran, dass der Weg auf weiten Teilen selbsterklärend ist und dass 65% der Radtouristen einen Radführer und 35% eine Radkarte mit sich führen. Von den Tagesausflüglern benutzen sogar 63% eine Radkarte. 
Für Ihre geplante Radreise brauchen Sie sich demnach keine Sorgen darüber zu machen, ob und wie Sie den Weg finden.
Die besten Radführer und Radkarten empfehlen wir Ihnen in unserem Buchladen .
Logo
Offizielles Logo des Bodensee-Radweg ist dieses Schild. In einigen Amtsstuben ist man noch der Meinung, es schildere den Bodensee-Radweg hinreichend aus. Tatsächlich ist dieses Schild leider nicht selbsterklärend und daher den meisten Radlern unbekannt. Außerdem besticht es durch seine Winzigkeit und sticht vor allem eines - nicht ins Auge. Oft schlummert es halbhoch an Schildermasten (Masten!), meistens jedoch glänzt es durch Abwesenheit. Falls man es dennoch findet, weiß man unter Umständen nicht, ob es den eigenen oder den entgegenkommenden Weg ausschildert. An einigen Stellen weist dieses Logo sogar eine andere Route aus, als die (z.B. unten stehenden) anderen Schilder.
Kurzum: man darf sich nicht darauf verlassen, alleine mit seiner Hilfe auf dem rechten Weg zu bleiben.
Konstanz
Die größte Stadt am Bodensee ist für die meisten Radler Start- und Zielort ihrer Radtour um den See. Hier gibt es ein Netz gut ausgebauter, weitgehend kreuzungsfreier und regelmäßig gereinigter Radwege. Die Radwege werden je nach Fernziel in verschiedene Routen unterteilt und jeweils durch einen farbigen Punkt auf dem Schild markiert. Leider muss man sich am Anfang der Routen die entsprechende Farbe gut merken, denn sonst weiß man nicht mehr, wohin die Reise geht. Bei Dämmerung lassen sich die Farben übrigens nicht mehr unterscheiden. Die Routenführung ist ungenügend. Obwohl Mainau und Meersburg von der Innenstadt aus gesehen in der gleichen Richtung liegen, führen die beiden Routen entlang viel befahrener Straßen über verschiedene (und allesamt unnötige) Berge. An den wichtigsten Punkten in der Innenstadt fehlt die Ausschilderung ganz, vermutlich um darüber hinweg zu täuschen, dass es keinen Radweg durch die Innenstadt gibt. Der Bodensee-Radweg selbst ist in Konstanz nicht ausgeschildert.
Bei einer Umfrage unter 450 Radlern am Bodensee schnitt die Beschilderung in Konstanz übrigens mit Abstand am schlechtesten ab.
Bundesstraßen
Entlang der deutschen Bundesstraßen taucht ab und zu das gelbe StVO-Schild mit schwarzer Schrift auf. Spötter sagen, seine eigentliche Bedeutung liege darin, den Radfahrer darauf hinzuweisen, dass er direkt neben einer vielbefahrenen Straße radle. Am Bodensee trifft das vor allem um Friedrichshafen zu. Zum Glück verläuft der Bodensee-Radweg jedoch meistens weit ab vom Verkehr und oft sogar direkt am Wasser entlang, während die Autos eine ganz andere Route nehmen müssen.
Deutschland
Wenn der Radweg nicht parallel zu einer Bundesstraße läuft (und das tut er zum Glück sehr oft), dann ist er in Deutschland meistens als Fernradweg ausgeschildert. Dies ist übrigens das "fast" offizielle Schild für Radwege in Deutschland. Im Norden meistens rot auf weißem Grund, bei uns immer grün auf weißem Grund. Nur selten sind die Schilder so gut beschriftet wie unser Beispiel, das ein Nah- und ein Fernziel mit Kilometerangabe besitztz und vor allem das alte Logo des Bodensee-Radweg aufweist.
Österreich
In Österreich gibt es - wie bei Mozart - ein einheitliches Grundthema in der Ausschilderung des Radweges, und sehr viele verschiedene Variationen davon. Manchmal radelt das Männchen auf dem Schild in einem blauen Kreis, meistens in einem roten. In Anlehnung an das "offizielle" Logo des Bodensee-Radweg ist manchmal sein Hinterrad blau eingefärbt, manchmal zusätzlich das Vorderrad, meistens jedoch gar nichts.
Schweiz
Für Radfahrer heißt die Schweiz schlicht das "Veloland", und das zu Recht. In einem landesweiten Kraftakt wurden hier neun nationale Velorouten ausgewiesen und  bestens beschildert: die Schilder stehen an den richtigen Stellen (auch wenn man schnell radelt, sieht man sie, noch bevor man an ihnen vorbei gekommen ist), sie sind selbsterklärend und einheitlich, fast überall ist ein Nah- und ein Fernziel angegeben, und es gibt genügend Bestätigungsschilder. An manchen Stellen gibt es sogar Übersichtstafeln für Radler. Schade nur, dass der Bodensee-Radweg keine dieser neun nationalen Velorouten ist und somit nicht explizit ausgeschildert wurde. Nachträglich haben die Eidgenossen an einigen Stellen noch das kleine Logo angebracht oder hie und da ein Vorder- oder Hinterrad des Radlers blau eingefärbt.
Das beste an der vorbildlichen Beschilderung in der Schweiz ist jedoch, dass man sie in Deutschland und Österreich längst eingeführt hat.  In Österreich beginnt das Schweizer System schon weit vor der Landesgrenze, und der rund um den Untersee führende Rad-Erlebnisweg wurde auch in Deutschland mit dem Schweizer System gekennzeichnet.
In den meisten Amtsstuben wurde erkannt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Europas beliebtester Radweg durchgängig und einheitlich nach dem Schweizer Vorbild ausgeschildert sein wird. 
Wir freuen uns darauf!
Fazit
Bei all unserer Kritik an der Beschilderung des Bodensee-Radweg wollen wir dennoch eines deutlich machen: freuen Sie sich auf den beliebtesten Radweg Europas und seien Sie sicher, dass hier noch niemand verloren fuhr! So lange der See rechts von Ihnen zu sehen ist, radeln Sie richtig und finden - fast immer - von ganz alleine den richtigen Weg.