![]() Das Welterbekomitee der UNESCO hat am 30.11.2000 auf seiner Tagung in Cairns (Australien) die frühere Klosterinsel Reichenau zur Welt-Kulturerbe-Stätte erklärt. Man kann die Insel als außergewöhnliches Zeugnis einer kulturellen Tradition bezeichnen. Die drei berühmten Kirchen, die Klostergebäude, die Verwaltungs- und Repräsentationsgebäude auf der Insel und schließlich auch die Einrichtungen für die Landwirtschaft, die früher zur Versorgung des Klosters dienten, sind Zeugnisse einer uralten klösterlichen Tradition, zu der auch die erstaunliche Bedeutung gehört, die die religiösen Feste und Prozessionen noch heute für die Insel besitzen. Die gut erhaltenen Kirchen der Insel bieten hervorragende Beispiele der klösterlichen Architektur vom 9. bis zum 12. Jahrhundert. Die sorgfältig restaurierten Wandmalereien in St. Georg machen die Reichenau zu einem künstlerischen Zentrum von großer Bedeutung für die europäische Kunstgeschichte des 10. und 11. Jahrhunderts. Die Reichenauer Schule der Buchmalerei produzierte im 11. Jahrhundert so viele ausgezeichnete, mit Bildern geschmückte Handschriften, dass trotz aller Verluste noch rund 40 der berühmten Reichenauer Codizes in Bibliotheken der ganzen Welt als Schätze gehütet werden. Der Name Reichenau ist dadurch auf der ganzen Welt bekannt.
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