Wissenswertes zum Radweg um den Bodensee

Am Untersee

Der Bodensee ist mit einer Uferlänge von rund 270 km der drittgrößte See Mitteleuropas. Der mit rund 170 km größte Teil davon entfällt auf Deutschland, rund ein Viertel auf die Schweiz und ca. 10% auf Österreich. Der See liegt auf knapp 400 Meter Meereshöhe.
Der Bodensee-Radweg folgt fast überall der Uferlinie. Lediglich auf dem Bodanrück, am Südufer des Überlinger Sees, ist die Marienschlucht den Fußgängern vorbehalten. Hier – in Wallhausen – muss man sich auf den Bergrücken quälen, bevor es entlang des Dettelbach nach Bodman hinabgeht.

Entfernungen am Bodensee-Radweg

Die Beschilderung am Bodensee-Radweg

Beschilderung am Bodensee-Radweg

Das offizielle Bodensee-Radweg-Logo ist in allen drei Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz einheitlich ein Radler mit blauem Hinterrad. Allerdings ist die Qualität und Sichtbarkeit der Radwegweiser sehr unterschiedlich. In Deutschland kann man einen Wegweiser an einigen Stellen leicht übersehen und vom Radweg abkommen. Durch die grün-auf-weiß-Optik ist die Lesbarkeit nur suboptimal.
Auf dem kurzen österreichischen Abschnitt des Bodensee-Radwegs kommt es am häufigsten zu Verwirrungen.
Als annähernd perfekt kann man die Beschilderung in der Schweiz bezeichnen. Hier sind die Wegweiser – knalliges Rot mit weißer Schrift und großem Logo – optimal lesbar. Hier folgen Sie der Veloroute 2 (Rhein-Route), die dem Rhein von Andermatt in der Innerschweiz bis Basel folgt und auf der Strecke von Rheineck bis Stein am Rhein identisch mit dem Bodensee-Radweg ist. Aufpassen sollten Sie lediglich, wenn die deutsche Grenze naht. Hier, kurz vor Konstanz, folgt die Veloroute 2 ganz patriotisch dem Grenzverlauf. Natürlich auf Schweizer Gebiet, sodass Sie unter Umständen Konstanz komplett umfahren.

Topografie des Bodensee-Radwegs

Rund um den Obersee verläuft der Bodensee-Radweg weitgehend flach und ist auch für Kinder gut geeignet.
Entlang des romantischen Untersees gibt es die eine oder andere kurze Steigung, aber auch hier stellt der Verlauf kein Problem dar.
Folgt man der Hauptroute des Bodensee-Radwegs um den Überlinger See von Konstanz über Radolfzell nach Überlingen, so verläuft die Route praktisch eben.
Lediglich die Variante über den Bodanrück via Wallhausen, Liggeringen und Bodman ist anspruchsvoller. Für Sportlichere stellt der kurvenreiche Schiener Berg auf der Höri, der Halbinsel am Bodensee, eine spannende Herausforderung dar.

 

Reisezeit für Radtouren am Bodensee

Bodensee-Radweg Alpenpanorama

Die südliche Lage, die ausgleichende Wirkung des Wassers und die geschützte Position im Lee des Schwarzwalds und bei Föhnwetterlagen auch der Alpen haben zur Folge, dass der Bodensee nach dem Oberrheingraben die längste Reisezeit für Radfahrer in Deutschland bietet. Während auf Rügen an Ostern die Urlauber oft noch in Daunenjacken frieren, so erreichen am Bodensee die Temperaturen nicht selten frühlingshafte Werte.

Sehr schön ist auf dem Bodensee-Radweg zur Obstbaumblüte, in der Regel ab Mitte April. Man hat den Radweg weitgehend für sich, es ist bereits angenehm warm und die Blütenpracht kann man vom Rad wunderbar genießen.
Im Mai und Juni ist es bereits frühsommerlich. Die Temperaturen optimal. An den langen Wochenenden um Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam (in Baden-Württemberg, Bayern und Österreich gesetzliche Feiertage, in der Schweiz von Kanton zu Kanton unterschiedlich) ist es auf dem Bodensee-Radweg an manchen Stellen ziemlich voll. Die Hotels sind häufig bereits weit im Voraus ausgebucht. Meidet man die Feiertage, ist dies eine der schönsten Reisezeiten.
Ende Juni ist das Wasser des Bodensees meist so warm, dass man gut baden kann. Die Wassertemperatur liegt dann meist bereits um die 20 Grad. Ab Juli beginnt die Hochsaison, zwischen ca. 20. Juli und 20. August ist am meisten los.

Ab Mitte September wird es ruhiger. Hier stellt sich oft stabiles Hochdruckwetter und der Altweibersommer ein.

Ab Mitte Oktober muss man mit häufigerem und zäherem Nebel rechnen. Dann ist die Bodenseeregion eher Kurzentschlossenen zu empfehlen. Oder man plant einen stationären Aufenthalt mit Tagestouren, sodass graue Tage mit Shopping oder dem Besuch einer drei Thermen in Konstanz, Überlingen oder Meersburg überbrückt werden können.

Ein weiterer Nachteil neben dem Nebel im Herbst: Um den 15. Oktober herum stellt die Weiße Flotte den Saisonbetrieb ein und zur Abkürzung der Radtouren muss man auf die Schiffe der Route Wallhausen-Überlingen, die Autofähren Konstanz-Meersburg, Friedrichshafen-Romanshorn oder den Katamaran zwischen Friedrichshafen und Konstanz ausweichen. Als Alternative steht noch die Bahn zur Verfügung, die am Untersee zwischen Konstanz, Stein und Schaffhausen, am Überlinger See zwischen Radolfzell, Überlingen und Uhldingen-Mühlhofen und am Obersee zwischen Friedrichshafen, Lindau und Bregenz und auf dem Südufer zwischen St. Margrethen und Konstanz verkehrt.

Übrigens: Durch die unterschiedliche Entfernung der Berge zum Bodensee – im Osten reichen die Berge von Bregenzer Wald und Appenzeller Land direkt an den See heran, während um Konstanz herum die Höhenzüge deutlich niedriger ausfallen – fällt die jährliche Regenmenge lokal sehr unterschiedlich aus. In Bregenz regnet es durchschnittlich mehr als 1500 Liter pro Jahr vom Himmel, während es in Konstanz nur knapp 950 Liter sind.

Im Sommer kann es sehr heiß werden. Die Luftfeuchtigkeit ist eher hoch, sodass es schnell schwül wird. Den Juli mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von rund 24 Grad sollten Wärmeempfindliche deshalb eher meiden. Insbesondere nachts kühlt es in der Region im Hochsommer kaum ab.